So funktioniert die Matrix
Jeder Lieferant wird nach denselben Kriterien mit Noten von 1–5 bewertet. Jedes Kriterium erhält ein Gewicht nach seiner Bedeutung. Der gewichtete Durchschnitt ergibt einen Score — und damit ein objektives Ranking.
| Kriterium | Gewicht | Warum |
|---|---|---|
| Zertifizierung (z. B. IFS, BRC, Bio — im Seafood ASC/MSC/BAP) | 22 % | Marktzugang & Kunden-Anforderung |
| Produktqualität | 22 % | Frische, Verarbeitung, Konsistenz |
| Preis / Wettbewerb | 18 % | Auf Landed-Cost-Basis vergleichen |
| Liefertreue | 16 % | Termintreue, Mengentreue |
| Rückverfolgbarkeit | 12 % | Herkunft, Chargen, Dokumente |
| Kommunikation / Service | 10 % | Reaktionszeit, Reklamationsverhalten |
Die Gewichte sind Vorschläge aus der Praxis — passe sie deinem Sortiment an. Wichtig ist nur: gleiche Kriterien, gleiche Gewichte für alle Lieferanten.
Lieferantenauswahl-Matrix: Kriterien und Gewichtung richtig festlegen
Ob du sie Bewertungsmatrix, Lieferantenauswahl-Matrix oder multivariate Lieferantenbewertung nennst — das Prinzip ist dasselbe: mehrere Kriterien, klare Gewichte, ein vergleichbarer Score. Drei Regeln für die Gewichtung, die sich in der Praxis bewährt haben:
- Erst Kriterien, dann Gewichte. Sammle die Kriterien im Team, bevor jemand über Prozente spricht — sonst wird das Wunschergebnis rückwärts begründet.
- Gewichte müssen wehtun. Wenn alle Kriterien 15–20 % bekommen, hat niemand priorisiert. Ein K.-o.-Kriterium (z. B. eine zwingende Zertifizierung) gehört nicht in die Gewichtung, sondern vor die Matrix: nicht erfüllt = nicht bewertet.
- Summe 100 %, für alle gleich. Die Matrix vergleicht nur fair, wenn jeder Lieferant mit denselben Kriterien und Gewichten gemessen wird — bei jeder Neubewertung.
Der häufigste Fehler
Preis wird doppelt gezählt: einmal als Kriterium und einmal im Kopf («aber die sind halt billiger»). Bewerte den Preis auf Landed-Cost-Basis — nach allen Abzügen und Nebenkosten — und lass den Score entscheiden. Ein Beispiel aus dem Seafood: Ein Lieferant mit 16/20-FC-Ware und 25 % Glasur ist selten günstiger als ein nominell teurerer mit ehrlicher Deklaration.
Häufige Fragen
Welche Kriterien gehören in eine Lieferantenbewertung?
Bewährt haben sich Zertifizierung, Produktqualität, Preis (auf Landed-Cost-Basis), Liefertreue, Rückverfolgbarkeit und Kommunikation — gewichtet nach Bedeutung für dein Sortiment.
Wie oft sollte man Lieferanten neu bewerten?
Mindestens jährlich, besser nach jeder Saison oder nach jedem grösseren Wareneingang. Reklamationen und Wareneingangskontrollen fliessen laufend ein.
Gibt es eine kostenlose Vorlage?
Ja — die SEA-DEAL-Bewertungsmatrix ist gratis, läuft im Browser und rechnet gewichtete Scores und Ranking automatisch. Ohne Zeitlimit.
Was ist der Unterschied zwischen Bewertungsmatrix und Lieferantenauswahl-Matrix?
Keiner in der Methode — beide bewerten Lieferanten anhand gewichteter Kriterien. «Lieferantenauswahl-Matrix» betont den Einsatz vor der Vergabe (neue Lieferanten vergleichen), die Bewertungsmatrix begleitet zusätzlich bestehende Lieferanten über die Zeit. Die gratis Browser-Matrix deckt beide Fälle ab.