Ratgeber · Zoll & Compliance

CATCH: Fangzertifikate für EU-Importe — die neue Pflicht seit Januar 2026

Von Christoph Bacher, Swiss Prime Taste AG — über 20 Jahre Praxis im Seafood-Handel · Aktualisiert: Juli 2026

Seit dem 10. Januar 2026 führt kein Weg mehr am CATCH-System vorbei: Jedes Fangzertifikat für Fischereierzeugnisse in die EU läuft digital über TRACES NT. Wer unvollständige Zertifikate einreicht, riskiert abgewiesene Sendungen und stehende Container.

Was CATCH ist — und wen es betrifft

CATCH ist das digitale Fangzertifikats-Modul der EU in TRACES NT, verpflichtend seit dem 10. Januar 2026 (VO (EU) 2023/2842, IUU-Verordnung). Betroffen ist die Einfuhr der unter die EU-IUU-Verordnung fallenden Fischereierzeugnisse. Ob ein konkretes Produkt erfasst ist, muss anhand des CN-Codes und der Ausschlussliste in Annex I geprüft werden — bestimmte dort gelistete Waren, Süsswasserprodukte, Zierfische und viele Aquakultur- erzeugnisse sind ausgenommen. Für erfasste Ware reicht der Importeur das vom Flaggenstaat validierte Fangzertifikat digital ein; die Behörde prüft in CATCH. Übergangsregel: vor dem 10.01.2026 validierte Papier-Zertifikate bleiben bis zum 10.01.2028 nutzbar.

Die Pflichtangaben, an denen Einreichungen scheitern

Der häufigste Praxisfehler: Das Zertifikat nennt das verarbeitete Gewicht, die Rechnung das Netto-Gewicht inkl. Glasur — und die Behörde fragt nach. Die zweite Klassiker-Falle: fehlende IMO-Nummer oder eine Flagge, die nicht zum validierenden Staat passt.

Davor prüfen, nicht danach korrigieren

Eine abgewiesene CATCH-Einreichung kostet Tage — der Container läuft trotzdem ein. Deshalb: Zertifikate vor der Einreichung prüfen, fehlende Angaben sofort beim Lieferanten nachfordern und Gewichte gegen Invoice und Packing List abgleichen. Genau das automatisiert der CATCH Companion im TARAGONA Trade Desk: Pflichtfeld-Check per KI, Gewichts-Abgleich, fertige Nachforderungs-Mail und ein sauberes Datenpaket für die CATCH-Erfassung.

Fürs Unternehmen: der CATCH Import Readiness Check

Einmalige Umstellung statt Dauerchaos: Der Readiness Check des TARAGONA TRADE DESK prüft deine Import-Prozesse, liefert Vorlagen für Lieferanten, schult dein Team und begleitet die ersten drei Importe durch CATCH.

Häufige Fragen

Was ist das EU-CATCH-System?

CATCH ist das digitale System der EU (Teil von TRACES NT) für Fangzertifikate nach der IUU-Verordnung. Seit dem 10. Januar 2026 müssen EU-Importeure von Fischereierzeugnissen ihre Fangzertifikate über CATCH abwickeln (VO (EU) 2023/2842).

Gilt CATCH auch für alte Fangzertifikate?

Vor dem 10. Januar 2026 validierte Papier-Zertifikate können übergangsweise bis zum 10. Januar 2028 verwendet werden. Neue Zertifikate laufen zwingend über CATCH.

Welche Angaben braucht ein Fangzertifikat?

Unter anderem: Zertifikatsnummer und validierende Behörde des Flaggenstaats, Schiffsname, Flagge, IMO-/Registrierungsnummer, Art mit wissenschaftlichem Namen und FAO-Code, Fanggebiet, Fanggerät, Fangzeitraum sowie angelandetes und verarbeitetes Gewicht. Fehlt eine Pflichtangabe, wird die Einreichung abgewiesen.

Kann ich Fangzertifikate automatisch vorprüfen?

Ja — der CATCH Companion im TARAGONA Trade Desk prüft Pflichtfelder per KI, gleicht Gewichte mit Invoice und Packing List ab und erstellt die Nachforderungs-Mail an den Lieferanten. Für die Einführung im Unternehmen gibt es den CATCH Import Readiness Check des Trade Desk.